An einem Samstag vor einigen Wochen wollte ein Freund aus dem Umland zu Besuch kommen. Die Vorhersage zeigte Regen für den ganzen Tag, und ich war kurz davor, abzusagen. Wir haben es trotzdem gemacht. Ich wohne in Sachsenhausen, und der Tag lief so: morgens die Kleinmarkthalle, mittags das Städel, abends ein Film im Kino an der Dreieichstraße. Wir sind fast nicht nass geworden, und der Tag war besser als mancher Sommertag. Seitdem habe ich für schlechtes Wetter einen Plan. Dieser Text ist genau das: Ziele in Frankfurt und der Region, die Regen vertragen. Manche funktionieren bei Regen sogar besser als bei Sonne.

Die Zahlen stützen den Plan. Nach den Tageswerten des Deutschen Wetterdienstes hat die Station Frankfurt/Main in der Normperiode 1991 bis 2020 im Mittel 164,2 Regentage pro Jahr, gerechnet ab 0,1 Millimeter Niederschlag. Die Jahreswerte schwanken zwischen 128 Tagen im Jahr 2018 und 192 Tagen im Jahr 2000. Ein verregneter Samstag ist also kein Ausnahmefall, sondern der Regelfall. Wer wartet, bis die Sonne sicher ist, wartet oft lange.

1. Museen mit Preisen, die man kennen sollte

Das Senckenberg Naturmuseum an der Bockenheimer Warte ist der Klassiker unter den Regenzielen. Das Gebäude entstand ab 1904 und wurde am 13. Oktober 1907 eröffnet. Zur Einweihung schenkte das American Museum of Natural History ein Originalskelett des Diplodocus, das erste Dinosaurierskelett des Hauses. Heute stehen im Dinosaal der Plateosaurus aus der Trias, der Diplodocus in der Mitte aus dem Jura sowie Tyrannosaurus und Triceratops aus der Kreidezeit. Ein Supersaurus-Bein und der Flugsaurier Quetzalcoatlus ergänzen die Schau. Das Museum selbst nennt jährlich über 400.000 Gäste, nicht die 500.000, die man oft liest.

Der Eintritt kostet 12 Euro, Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren zahlen 6 Euro, das Familienticket 30 Euro. Mittwoch ab 17 Uhr gibt es das Abendticket für 6 Euro. Geöffnet ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 9 bis 18 Uhr. Zwei Sonderausstellungen passen gerade gut in den Regenplan. Seit September 2025 läuft EDMOND. Die letzten Tage der Dinosaurier mit einer Dino-Mumie, die fossile Hautabdrücke zeigt. Und die Messel-Schau Ganz schön warm hier! Leben und Sterben in Messel endet Ende August 2026. Wer sie sehen will, hat genau jetzt Zeit. Wer das Haus in ein paar Jahren wiedersieht, bekommt ein neues: Seit April 2026 läuft der Wettbewerb für die Modernisierung des Ensembles.

Wer Kunst mag, findet am Museumsufer das Städel. Die Stiftung geht auf das Testament des Bankiers Johann Friedrich Städel vom 15. März 1815 zurück. Am Schaumainkai 63 sitzt das Haus seit 1878. Die Dauerausstellung zeigt Kunst aus mehr als 700 Jahren auf über 15.000 Quadratmetern, dazu kommen rund 100.000 Zeichnungen und Druckgrafiken. Der Eintritt kostet 19 Euro, ermäßigt 17, das Familienticket 30. Dienstag ab 15 Uhr gilt ein Einheitspreis von 10 Euro, Kinder unter 12 Jahren sind frei. Montag ist geschlossen, donnerstags ist bis 21 Uhr geöffnet. Bis 20. September läuft die Sonderausstellung Bruegel Printed. Nebenan liegen das Deutsche Filmmuseum und das Deutsche Architekturmuseum. Die drei Häuser stehen fast Tür an Tür, und ein Regentag reicht für alle.

2. Mainz: das Gutenberg-Museum auf Zeit

Wenn ein Regentag ein Tagesausflug sein darf, dann nach Mainz. Das Gutenberg-Museum zeigt die wichtigste Erfindung der Druckgeschichte, und es tut das seit Ende November 2024 an einem Zwischenort. Die Interimsausstellung Gutenberg-Museum MOVED läuft im Naturhistorischen Museum in der Reichklarastraße 1. In der Schatzkammer liegen zwei der weltweit 49 erhaltenen Gutenberg-Bibeln, dazu Fragmente der zweiten Auflage. Gedruckt wurde die Bibel zwischen 1452 und 1454 in rund 180 Exemplaren, etwa 150 auf Papier und 30 auf Pergament. Im ersten Obergeschoss läuft an einer rekonstruierten Gutenberg-Presse die Druckvorführung.

Das Museum wurde 1900 gegründet und zählt nach eigenen Angaben jährlich mehr als 140.000 Gäste. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 6, Kinder und Jugendliche von 4 bis 18 Jahren zahlen 4 Euro, die Familienkarte 16. Geöffnet ist täglich von 9 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr. Ein Hinweis für den August: Am 31. August bleibt das Haus wegen eines Teamtags geschlossen. Neben der Ausstellung lohnt die Gutenberg-Bibliothek mit über 100.500 Titeln zur Buch- und Druckgeschichte, sie ist als Präsenzbibliothek kostenfrei.

Der Neubau am Liebfrauenplatz beschäftigt Mainz gerade kräftig. Der Abriss des alten Gebäudes begann im Mai 2025, das szenografische Konzept wurde im November 2025 vorgestellt, und die Baukosten sind nach Medienberichten mit rund 110 Millionen Euro beziffert. Seit dem Frühsommer 2026 wird öffentlich über die Finanzierung gestritten. Solange steht das Museum auf Zeit, und das ist kein Nachteil: Die Interimsausstellung ist kompakt, und der Weg dahin führt durch die Altstadt. Die Fahrt ab Frankfurt Hbf dauert laut DB-Fahrplanauskunft rund eine halbe Stunde, Stand August 2026.

3. Der Palmengarten: Sommer unter Glas

Der Palmengarten ist ein botanischer Garten mit einem Trick für Regentage: den Palmenhäusern. Das Palmenhaus ist älter als der ganze Park. Es wurde im November 1869 eröffnet, anderthalb Jahre bevor der Garten am 16. März 1871 feierlich eröffnet wurde. Mit 1.600 Quadratmetern zählt es zu den größten erhaltenen Konstruktionen dieser Art weltweit. Dazu kommen das Tropicarium mit 5.000 Quadratmetern und rund 12.000 Pflanzenarten in beiden Gärten. Unter den Glasdächern ist es warm, während draußen der Regen fällt. Es riecht nach feuchter Erde, und das Prasseln auf dem Glas gehört dazu.

Der Garten umfasst rund 19 Hektar, der Botanische Garten weitere 7. Im Jahr 2025 kamen über 635.000 Menschen in den Palmengarten und rund 100.000 in den Botanischen Garten. Der Eintritt kostet 9 Euro, Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahren sind frei. Das Feierabend-Ticket ab 18:30 Uhr kostet montags bis freitags 5 Euro. An Regentagen sind die Häuser angenehm leer. Genau dann lohnt der Besuch am meisten.

4. Die Taunus Therme: Wärme gegen den grauen Himmel

Bei 30 Grad will niemand ins Hallenbad. Bei Dauerregen ist es eine der besten Ideen der Stadt. Die Taunus Therme in Bad Homburg liegt am Seedammweg 10 und bietet eine Thermalwelt mit 1.400 Quadratmetern Wasserfläche, gespeist aus der Viktoria-Louise-Quelle. Das Innenbecken hält 33 Grad, das Außenbecken 32. Die Tageskarte für die Thermalwelt kostet montags bis donnerstags 26 Euro, freitags bis sonntags 28. Mit Saunabereich sind es 32 beziehungsweise 34 Euro. An Feiertagen gelten die Wochenendtarife.

Der Saunabereich ist textilfrei. Die Bio-Sauna hält 55 bis 65 Grad, die Aufguss-Saunen 90 bis 100. Montags ist in der Traumwelt und im Hamam Paradies textiler Tag, dann ist Badebekleidung erlaubt. Geöffnet ist täglich von 9 bis 22 Uhr. Ab Frankfurt Hbf fährt die S5 direkt nach Bad Homburg, von der Station sind es noch ein Stück zu Fuß oder eine kurze Busfahrt. Wichtig: Handtuch und Badesachen einpacken. In deutschen Saunen gilt Ruhe, und Nacktheit ist normal. Wer das nicht mag, bleibt im Beckenbereich.

5. Die Kleinmarkthalle: Stadt unter einem Dach

Wer Städte liebt, aber keinen Regenschirm mehr spüren will, findet in Markthallen Unterschlupf. In Frankfurt ist das die Kleinmarkthalle an der Hasengasse 7. Die Stadtchronik vermerkt die Einweihung am 29. März 1954 zusammen mit der Blumenmarkthalle am Börneplatz. Die erste Markthalle an der Hasengasse stand schon 1879, wurde 1944 bei Luftangriffen zerstört und von rund 130 Händlern auf dem Trümmergrundstück provisorisch weitergeführt. Seit dem Jahr 2000 steht der Bau unter Denkmalschutz.

Heute bieten 63 Händler an 156 Ständen auf rund 1.500 Quadratmetern Verkaufsfläche ihre Waren an, dazu kommen 570 Quadratmeter Ladenfläche. Geöffnet ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr, samstags von 8 bis 16 Uhr, sonn- und feiertags geschlossen. Seit Februar 2026 läuft die erste Sanierungsphase: Brandschutz, Energieeffizienz und Raumklima werden erneuert, in Abstimmung mit dem Denkmalschutz. Die Halle bleibt während der Bauzeit geöffnet. Von Sachsenhausen aus läufst du über den Eisernen Steg, zehn Minuten, dann stehst du drinnen. Du siehst die Leute und riechst die Stände, und deine Schuhe bleiben trocken. Regen ist dort egal, das habe ich an jenem Samstag gemerkt.

6. Das Kino an der Dreieichstraße

Ein Kino in Laufnähe ist der richtige Abschluss für einen verregneten Tag. Das Kino Harmonie an der Dreieichstraße öffnete 1920 und ist damit eines der ältesten Filmtheater Frankfurts. Die Frankfurter Stadtchronik nannte es am 9. Februar 2000 das älteste. Die Große Harmonie hat 186 Plätze mit Balkon, die Kleine 84. Das Programm ist Arthouse: Premieren, Sonderveranstaltungen und Filme im Original mit Untertiteln, die in den großen Kinos keine Chance haben. Der reguläre Eintritt kostet 13,50 Euro, am Kino-Dienstag 12, Kinder bis 11 Jahre zahlen 7,50. An dem Samstag mit meinem Besuch sind wir nach dem Essen einfach hingelaufen. Wir haben einen Film gesehen, von dem ich vorher nie gehört hatte. Genau das ist an Regentagen der Punkt: Du kommst raus, es hat geregnet, und du bist trotzdem zufrieden.

7. Klettern und Bouldern: der aktive Plan

Der aktive Regenplan führt in die Kletter- und Boulderhallen der Region. Das DAV Kletterzentrum Frankfurt liegt an der Homburger Landstraße 283 in Preungesheim, direkt an der U5. Die Tageskarte fürs Klettern kostet 19,90 Euro, fürs Bouldern 10,50. Freitags gilt der Studi Friday mit 9,90 Euro. Die Boulderwelt Frankfurt an der August-Schanz-Straße 50 nimmt 15,90 Euro, ermäßigt 13,90. Wer vor 9 Uhr oder nach 21 Uhr kommt, zahlt 13,90, Leihschuhe gibt es ab 4,90 Euro. Die KletterBar Offenbach an der Sprendlinger Landstraße 177 B nennt sich selbst die größte Kletterhalle im Rhein-Main-Gebiet. Die Tageskarte kostet 18 Euro, ermäßigt 16, das Familienticket 54. Wer vor 14 Uhr kommt oder nach 21 Uhr bleibt, zahlt 14,30. Und im Kletterzentrum Darmstadt am Lichtwiesenweg 15 kostet der Tag 18 Euro, Bouldern 11, die Familienkarte 48.

Der Einstieg ist in allen vier Hallen ohne Vorkenntnisse möglich, Ausleihmaterial gibt es vor Ort. Bewegung vertreibt die Regen-Stimmung zuverlässiger als langes Sitzen, und der Preis liegt unter dem eines Kinobesuchs mit Popcorn.

8. Die Bibliothek: der ruhige Plan

Wer gar nichts buchen will, findet in der Zentralbibliothek der Stadtbücherei an der Hasengasse 4 einen ruhigen Platz. Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 17 Uhr. Ein Hinweis: Der Rückgabeautomat steht gerade nur zu den Öffnungszeiten zur Verfügung. Im Jahr 2024 verzeichnete die Stadtbücherei 1,42 Millionen Besuche und 2,86 Millionen Ausleihen, 52.720 Menschen waren aktiv angemeldet. Erwachsene zahlen für die Ausleihe ein Jahresentgelt von 20 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre leihen kostenfrei. Wer nur lesen oder arbeiten will, braucht keinen Ausweis: Über 200 Arbeitsplätze stehen bereit. Im Rahmen der World Design Capital 2026 entsteht dort gerade die LeiseLounge, und noch in diesem Jahr startet das Projekt Open Library in Bockenheim und der Nordweststadt. Die Bibliothek ist damit mehr als ein Regenschutz, sie ist ein Ort mit Zukunft.

Die Regen-Strategie

Entscheide am Vorabend für einen Regenplan, nicht am Morgen. Dann ist die Enttäuschung schon verarbeitet, wenn es kippt. Kombiniere einen Indoor-Kern mit einem kurzen Outdoor-Teil. Museum oder Markthalle am Vormittag, ein Spaziergang mit Schirm am Nachmittag. Dann fühlt sich der Tag nicht wie Gefangenschaft an. Und ein Blick auf die Stadtzahlen hilft: Frankfurt meldete für 2025 genau 11.023.600 Übernachtungen und 6.362.525 Gäste. Das war das zweitbeste Jahr der Geschichte, nur das EM-Jahr 2024 war stärker. Die Stadt nennt das Ergebnis sehr gut, Oberbürgermeister Mike Josef verweist auf die Sondereffekte der Fußball-EM 2024. Regen bremst diese Stadt offenbar nicht, und er muss dich auch nicht bremsen. Nutze das Wetter als Filter. Bei Regen sind die guten Orte leerer.

Kurz gesagt

Sechs Kategorien tragen bei jedem Wetter: Museen wie das Senckenberg mit Eintritt ab 6 Euro und der Messel-Schau bis Ende August, das Städel mit dem Dienstags-Tarif von 10 Euro ab 15 Uhr, der Palmengarten mit seinem Palmenhaus von 1869, die Taunus Therme für 26 Euro, die Kleinmarkthalle von 1954 und das Kino Harmonie von 1920. Dazu Kletterhallen ab 10,50 Euro und die kostenlose Zentralbibliothek. In Frankfurt regnet es im Schnitt an 164 Tagen im Jahr. Dann stört der Regen nicht mehr.

Was bedeutet das für mich?

Lege dir jetzt, bei Sonnenschein, eine Liste mit drei Regen-Zielen an. Bei mir stehen darauf: das Senckenberg-Museum, die Taunus Therme, das Kino Harmonie. Für einen ganzen Tag bietet sich Mainz an: Gutenberg-Museum, Dom und ein Spaziergang am Rhein. Prüfe vor dem Besuch die Preise, sie ändern sich. Das Gutenberg-Museum ist bis zum Neubau im Interimsquartier und am 31. August geschlossen, die Kleinmarkthalle wird saniert, bleibt aber offen. Wenn der nächste verregnete Samstag kommt, ist der Plan schon fertig. Das kostet heute zehn Minuten und rettet dir künftig jedes zweite Wochenende. Wer einen festen Ablauf mag, findet die Schritte dazu in der Frage zum Schlechtwetter-Ausflug im Wissensindex.

Quellen

Subjektive Auswahl; die genannten Orte dienen als Beispiele für Kategorien, die es fast überall gibt. Preise und Öffnungszeiten entsprechen dem Stand vom 7. August 2026, bitte vor dem Besuch prüfen.

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